Kein Unter­neh­men, kei­ne noch so klei­ne oder gro­ße Orga­ni­sa­ti­on steht für sich allein. CSR ist das neue Prin­zip und die rele­van­te Aus­rich­tung des Augen­blicks. Denn in jedem Augen­blick erschaf­fen wir durch unser Han­deln die Bedin­gun­gen für unse­re Zukunft.

Inter­es­sant ist, dass es bei dem The­ma CSR (Cor­po­ra­te Social Respon­si­bi­li­ty) in Gesprä­chen lei­der immer wie­der Äuße­run­gen gibt wie: “Wir spen­den doch schon. Nun auch das noch? Wir kämp­fen doch um jeden Auf­trag, machen fast alles zu jedem Preis und unter den schwie­rigs­ten zeit­li­chen Bedin­gun­gen. Außer­dem sind wir zer­ti­fi­ziert. Sowas zahlt kein Kunde.“

Bei CSR geht es aber um sehr viel mehr. CSR ist kein Fei­gen­blatt kei­ne Mar­ke­ting­flos­kel. Es geht um einen Para­dig­men­wech­sel im Bewusst­sein aller Akteu­re. Um Wer­te, die unser wirt­schaft­li­ches Han­deln und die Arbeit ins­ge­samt ganz grund­le­gend wan­deln wer­den. Das Prin­zip: nach uns die Sint­flut, ist kein soli­des Geschäfts­mo­dell, das heu­te und mor­gen über­zeu­gen wird.

CSR bedeu­tet, eine ange­mes­se­ne Ant­wort geben zu kön­nen auf die Fra­ge, wie das alles genau so gesche­hen, so wer­den konn­te, im Betrieb, am Stand­ort, in der Umwelt, bei den Lie­fe­ran­ten, in der Pres­se, bei den Mit­ar­bei­tern und Kunden.

Die Rei­fe und der Grad der gesell­schaft­li­chen und sozia­len Ver­ant­wor­tung macht Unter­neh­men unter­scheid­bar. Hal­tun­gen wer­den kla­rer als frü­her, die gesam­te Aus­rich­tung des Betrie­bes deut­lich erkenn­bar. Wer wird zukünf­tig mit Part­nern arbei­ten wol­len, deren ein­zi­ges Ziel der schnel­le wirt­schaft­li­che Pro­fit ist? Noch zuge­spitz­ter gefragt: Wer will – und darf – zukünf­tig mit Unter­neh­men zusam­men­ar­bei­ten, deren Ent­schei­der die gesell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung nicht über­neh­men und die gesell­schaft­li­chen Fol­ge­kos­ten des eige­nen wirt­schaft­li­chen Han­delns nicht beden­ken und nicht tra­gen wollen?

Was sind die wich­tigs­ten Berei­che auf die sich CSR erstreckt und wel­che Chan­cen sind dar­in enthalten?

Das Selbst­ver­ständ­nis im unter­neh­me­ri­schen Handeln

Die fort­schrei­ten­de Digi­ta­li­sie­rung ver­än­dert die Bedin­gun­gen für Res­sour­cen-Ein­kauf, Fer­ti­gung und Ver­sand grund­le­gend. Die Ver­füg­bar­keit von Infor­ma­tio­nen in Echt­zeit erzeugt ein hohes Maß an Trans­pa­renz und Ver­gleich­bar­keit. Die ent­ste­hen­de Arbeits­welt 4.0 erfor­dert Bereit­schaft zur inten­si­ven Kom­mu­ni­ka­ti­on und Koope­ra­ti­on sowie die Bereit­schaft zum bestän­di­gen Ler­nen. In der Ver­gan­gen­heit stand vor­wie­gend die Tech­nik im Vor­der­grund, nun gewin­nen zusätz­lich fol­gen­de Fak­to­ren an Bedeutung:

  • Grund­prin­zi­pi­en des ehr­li­chen Kauf­manns mit trans­pa­ren­ten Geschäftspraktiken
  • Ver­ant­wor­tung gegen­über allen Betei­lig­ten, der Umwelt und der Gemeinde
  • Wer­te, die ein ver­ant­wort­li­ches und res­sour­cen­scho­nen­des Arbei­ten definieren
  • Gemein­wohl und Offen­le­gung der Fol­gen des eige­nen wirt­schaft­li­chen Handelns
  • Impul­se und Anre­gun­gen für Geschäfts­part­ner sich die­sen Wer­ten und Hal­tun­gen anzu­schlie­ßen und eben­so Ver­ant­wor­tung zu übernehmen

Die Arbeits­kul­tur

Mit­ar­bei­ter wer­den als Part­ner gese­hen und in ihrer fach­li­chen und per­sön­li­chen Ent­wick­lung geför­dert. Arbeits­si­cher­heit und Gesund­heits­för­de­rung sind die Grund­la­gen einer ange­mes­se­nen Gestal­tung der Arbeits­be­zie­hun­gen. Dar­über hin­aus gilt es im Unter­neh­men ein kon­struk­ti­ves und koope­ra­ti­ves Kli­ma zu ent­wi­ckeln, das auf gegen­sei­ti­gem Respekt und Wert­schät­zung beruht. Füh­rungs­kräf­te wer­den ent­spre­chend aus- und wei­ter­ge­bil­det und sor­gen für die prak­ti­sche Umset­zung der betrieb­li­cher Wer­te. Beson­de­re Merk­ma­le die­ser Kultur:

  • Füh­rungs­kräf­te sind Per­sön­lich­kei­ten die als Vor­bil­der akzep­tiert werden
  • Moti­va­ti­on und Ler­nen aus Eigen­an­trieb durch Par­ti­zi­pa­ti­on und Wertschätzung
  • Hohe Arbeit­ge­ber-Attrak­ti­vi­tät und Freu­de der Mit­ar­bei­ter dabei zu sein
  • Arbeits­zeit-Model­le, die die Ver­ein­ba­rung von Beruf und Fami­lie fördern
  • Mit­wir­kung am nach­hal­ti­gen und ver­ant­wort­li­chen Han­deln in der Arbeit
  • Zukunfts­per­spek­ti­ven

Das Gemein­we­sen

Das Unter­neh­men steht nicht im Nie­mands­land. Es ist mit dem Stand­ort und sei­ner Umge­bung ver­wur­zelt. Die Fra­ge lau­tet: Wel­chen Bei­trag kann das Unter­neh­men für die Ent­wick­lung des Stand­or­tes und für die Lösung regio­na­ler Pro­ble­me bie­ten? Dies könn­ten bei­spiels­wei­se sein:

  • Pro­jek­te für die Ent­wick­lung von Kin­dern und Jugendlichen
  • För­de­rung von Ein­rich­tun­gen, die dem Gemein­wohl dienen
  • Kla­res State­ment für ein gutes Mit­ein­an­der mit allen Nachbarn
  • Bekennt­nis zur Regi­on und För­de­rung des Ein­kaufs bei regio­na­len Anbietern
  • Ein Gemein­wohl­be­richt, der die betrieb­li­chen Bei­trä­ge und wirt­schaft­li­chen Akti­vi­tä­ten reflektiert

Der Umwelt­schutz

Die Umwelt ist Lebens­raum. Die Redu­zie­rung und Mini­mie­rung von Umwelt­be­las­tun­gen ist ein wesent­li­cher Bei­trag zur Ein­lö­sung der CSR. Die Aspek­te sind sehr viel­fäl­tig und haben hohe Aus­wir­kun­gen auf die Lebens- und Arbeits­qua­li­tät. Ein paar Bei­spie­le dazu:

  • Art und Qua­li­tät der Bezugs­quel­len von benö­tig­ter Ener­gie, ein­schließ­lich der Kraft­stof­fe für die Fahr­zeu­ge des eige­nen Fuhrparks
  • Umgang mit Verpackungsmaterialien
  • Abfall- und Entsorgungs-Management
  • CO2 neu­tra­les Arbei­ten und Drucken
  • Ein­kauf von umwelt­freund­li­chen Materialien

Alle Koope­ra­ti­ons­part­ner

Die Ergeb­nis­se der Arbeit ent­ste­hen durch das Zusam­men­spiel mit ver­schie­de­nen Koope­ra­ti­ons­part­nern. Wie mit Ihnen umge­gan­gen wird, wel­che Arbeits­be­zie­hun­gen gestal­tet und wie die Part­ner gewon­nen wer­den, ist von ent­schei­den­der Bedeu­tung. Eine gemein­sa­me Ent­wick­lung zu einer ver­netz­ten CSR-Stra­te­gie mit den Koope­ra­ti­ons­part­nern erzeugt Syn­er­gien und för­dert eine nach­hal­ti­ge Ver­ant­wor­tungs­kul­tur. Gleich­zei­tig wird dadurch die Glaub­wür­dig­keit gestärkt, die CSR als Unter­neh­mer und als Manage­ment­team ganz­heit­lich zu sehen, mit Ernst­haf­tig­keit dazu zu ste­hen und ent­spre­chend zu handeln.

Was ein Ein­zel­ner nicht schafft, dass schaf­fen vie­le. Wir haben heu­te die Chan­ce und die Ver­pflich­tung, die Bedin­gun­gen von unse­rem gesell­schaft­li­chen Umfeld zu gestal­ten und einen wert­vol­len Bei­trag dafür zu leis­ten. Dann kön­nen wir ger­ne Aus­kunft geben, wie und war­um alles so gekom­men ist. Denn über das Gute und über posi­ti­ve Ent­wick­lun­gen wer­den wir ger­ne berich­ten und unse­ren Bei­trag dazu freu­dig erwähnen.

erschie­nen in DMM 4/2017, S. 22–23