CRS als Chance für Unternehmer in der Arbeitswelt 4.0
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CRS als Chance und Weg für Unternehmer in der Arbeitswelt 4.0

CRS als Chance und Weg für Unternehmer in der Arbeitswelt 4.0

Kein Unternehmen, keine noch so kleine oder große Organisation steht für sich allein. CSR ist das neue Prinzip und die relevante Ausrichtung des Augenblicks. Denn in jedem Augenblick erschaffen wir durch unser Handeln die Bedingungen für unsere Zukunft.

 Interessant ist, dass es bei dem Thema CSR (Corporate Social Responsibility) in Gesprächen leider immer wieder Äußerungen gibt wie: “Wir spenden doch schon. Nun auch das noch? Wir kämpfen doch um jeden Auftrag, machen fast alles zu jedem Preis und unter den schwierigsten zeitlichen Bedingungen. Außerdem sind wir zertifiziert. Sowas zahlt kein Kunde.“

Bei CSR geht es aber um sehr viel mehr. CSR ist kein Feigenblatt keine Marketingfloskel. Es geht um einen Paradigmenwechsel im Bewusstsein aller Akteure. Um Werte, die unser wirtschaftliches Handeln und die Arbeit insgesamt ganz grundlegend wandeln werden. Das Prinzip: nach uns die Sintflut, ist kein solides Geschäftsmodell, das heute und morgen überzeugen wird.

CSR bedeutet, eine angemessene Antwort geben zu können auf die Frage, wie das alles genau so geschehen, so werden konnte, im Betrieb, am Standort, in der Umwelt, bei den Lieferanten, in der Presse, bei den Mitarbeitern und Kunden.

Die Reife und der Grad der gesellschaftlichen und sozialen Verantwortung macht Unternehmen unterscheidbar. Haltungen werden klarer als früher, die gesamte Ausrichtung des Betriebes deutlich erkennbar. Wer wird zukünftig mit Partnern arbeiten wollen, deren einziges Ziel der schnelle wirtschaftliche Profit ist? Noch zugespitzter gefragt: Wer will – und darf – zukünftig mit Unternehmen zusammenarbeiten, deren Entscheider die gesellschaftliche Verantwortung nicht übernehmen und die gesellschaftlichen Folgekosten des eigenen wirtschaftlichen Handelns nicht bedenken und nicht tragen wollen?

Was sind die wichtigsten Bereiche auf die sich CSR erstreckt und welche Chancen sind darin enthalten?

Das Selbstverständnis im unternehmerischen Handeln

Die fortschreitende Digitalisierung verändert die Bedingungen für Ressourcen-Einkauf, Fertigung und Versand grundlegend. Die Verfügbarkeit von Informationen in Echtzeit erzeugt ein hohes Maß an Transparenz und Vergleichbarkeit. Die entstehende Arbeitswelt 4.0 erfordert Bereitschaft zur intensiven Kommunikation und Kooperation sowie die Bereitschaft zum beständigen Lernen. In der Vergangenheit stand vorwiegend die Technik im Vordergrund, nun gewinnen zusätzlich folgende Faktoren an Bedeutung:

  • Grundprinzipien des ehrlichen Kaufmanns mit transparenten Geschäftspraktiken
  • Verantwortung gegenüber allen Beteiligten, der Umwelt und der Gemeinde
  • Werte, die ein verantwortliches und ressourcenschonendes Arbeiten definieren
  • Gemeinwohl und Offenlegung der Folgen des eigenen wirtschaftlichen Handelns
  • Impulse und Anregungen für Geschäftspartner sich diesen Werten und Haltungen anzuschließen und ebenso Verantwortung zu übernehmen

Die Arbeitskultur

Mitarbeiter werden als Partner gesehen und in ihrer fachlichen und persönlichen Entwicklung gefördert. Arbeitssicherheit und Gesundheitsförderung sind die Grundlagen einer angemessenen Gestaltung der Arbeitsbeziehungen. Darüber hinaus gilt es im Unternehmen ein konstruktives und kooperatives Klima zu entwickeln, das auf gegenseitigem Respekt und Wertschätzung beruht. Führungskräfte werden entsprechend aus- und weitergebildet und sorgen für die praktische Umsetzung der betrieblicher Werte. Besondere Merkmale dieser Kultur:

  • Führungskräfte sind Persönlichkeiten die als Vorbilder akzeptiert werden
  • Motivation und Lernen aus Eigenantrieb durch Partizipation und Wertschätzung
  • Hohe Arbeitgeber-Attraktivität und Freude der Mitarbeiter dabei zu sein
  • Arbeitszeit-Modelle, die die Vereinbarung von Beruf und Familie fördern
  • Mitwirkung am nachhaltigen und verantwortlichen Handeln in der Arbeit
  • Zukunftsperspektiven

Das Gemeinwesen

Das Unternehmen steht nicht im Niemandsland. Es ist mit dem Standort und seiner Umgebung verwurzelt. Die Frage lautet: Welchen Beitrag kann das Unternehmen für die Entwicklung des Standortes und für die Lösung regionaler Probleme bieten? Dies könnten beispielsweise sein:

  • Projekte für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen
  • Förderung von Einrichtungen, die dem Gemeinwohl dienen
  • Klares Statement für ein gutes Miteinander mit allen Nachbarn
  • Bekenntnis zur Region und Förderung des Einkaufs bei regionalen Anbietern
  • Ein Gemeinwohlbericht, der die betrieblichen Beiträge und wirtschaftlichen Aktivitäten reflektiert

Der Umweltschutz

Die Umwelt ist Lebensraum. Die Reduzierung und Minimierung von Umweltbelastungen ist ein wesentlicher Beitrag zur Einlösung der CSR. Die Aspekte sind sehr vielfältig und haben hohe Auswirkungen auf die Lebens- und Arbeitsqualität. Ein paar Beispiele dazu:

  • Art und Qualität der Bezugsquellen von benötigter Energie, einschließlich der Kraftstoffe für die Fahrzeuge des eigenen Fuhrparks
  • Umgang mit Verpackungsmaterialien
  • Abfall- und Entsorgungs-Management
  • CO2 neutrales Arbeiten und Drucken
  • Einkauf von umweltfreundlichen Materialien

Alle Kooperationspartner

Die Ergebnisse der Arbeit entstehen durch das Zusammenspiel mit verschiedenen Kooperationspartnern. Wie mit Ihnen umgegangen wird, welche Arbeitsbeziehungen gestaltet und wie die Partner gewonnen werden, ist von entscheidender Bedeutung. Eine gemeinsame Entwicklung zu einer vernetzten CSR-Strategie mit den Kooperationspartnern erzeugt Synergien und fördert eine nachhaltige Verantwortungskultur. Gleichzeitig wird dadurch die Glaubwürdigkeit gestärkt, die CSR als Unternehmer und als Managementteam ganzheitlich zu sehen, mit Ernsthaftigkeit dazu zu stehen und entsprechend zu handeln.

Was ein Einzelner nicht schafft, dass schaffen viele. Wir haben heute die Chance und die Verpflichtung, die Bedingungen von unserem gesellschaftlichen Umfeld zu gestalten und einen wertvollen Beitrag dafür zu leisten. Dann können wir gerne Auskunft geben, wie und warum alles so gekommen ist. Denn über das Gute und über positive Entwicklungen werden wir gerne berichten und unseren Beitrag dazu freudig erwähnen.

erschienen in DMM 4/2017, S. 22-23